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Die Schilddrüse, ihre Hormone und das rT3-Problem

Die Hormonproduktion und Hormonvielfalt der Schilddrüse ist eine komplexe Angelegenheit und deutlich komplizierter, als es in den Medien oft dargestellt wird. Dort ist meist nur die Rede von T4 und T3, und das war es dann auch meist schon. Natürlich fällt im Zusammenhang mit der Schilddrüse auch vielfach der Begriff TSH. Dieses TSH (Thyreoide-stimulierendes Hormon) ist jedoch kein Schilddrüsenhormon, wie vielfach angenommen, sondern ein Hypophysenhormon (Hormon des Gehirns). Da die meisten Patienten das nicht wissen, erwähne ich es hier gerne noch einmal.

In diesem Artikel konzentriere ich mich auf das wohl bekannteste Hormon Thyroxin (T4) und was unser Körper daraus herstellen kann. Thyroxin ist ein sehr passives Schilddrüsenhormon, welches als Grundlage für alle weiteren Schilddrüsenhormone gilt. Aus ihm geht das aktive Trijodthyronin (T3) durch enzymatische Umwandlung hervor, welches dann in der Lage ist, an den Körperzellen anzudocken um seine Arbeit zu verrichten.

Wozu brauchen wir Schilddrüsenhormone?

Die Aufgabe der Schilddrüsenhormone ist, unseren Körper warm zu machen. Denn nur durch unsere Körpertemperatur sind wir als Menschen überhaupt lebensfähig. Die Schilddrüse ist also nicht, wie vielfach angenommen, der Stoffwechsel; sie sorgt lediglich für die optimale Körpertemperatur, damit der Stoffwechsel gut ablaufen kann. Der Stoffwechsel umfasst übrigens deutlich mehr als nur den Fettstoffwechsel, es geht hier um alle Funktionen, Abläufe und Vorgänge die nötig sind, um uns lebendig zu halten.

Die Schilddrüse und ihre Hormonproduktion

Das T4, Thyroxin ist für unseren Organismus recht leicht zu produzieren. Es wird aus Tyrosin (Aminosäure) und Jod gebildet und gilt wie oben schon erwähnt als Vorstufe für alle weiteren Hormone der Schilddrüse. Tyrosin und Jod erhalten wir übrigens ganz einfach mit der Nahrung. Auf Befehl des Gehirns wird dann aus dem Thyroxin, welches bis dahin zum Großteil in der Schilddrüse gespeichert wird, das aktive T3, Trijodthyronin. Aber nicht nur das; es wird auch ein weiteres Hormon gebildet, welches oft einen negativen Ruf hat. Die Rede ist vom rT3, dem reverse T3.

RT3 – der böse Zwilling von T3?

Reverse T3 sieht von der Struktur aus wie das T3, hat jedoch keine aktive Wirkung. Es kann aber in bestimmten Situationen den T3-Rezeptor besetzen, um regulierend ins Hormonsystem einzugreifen. Unsere Hormone benötigen, um überhaupt eine Wirkung entfalten zu können, einen bestimmten Rezeptor. T3 und rT3 passen also an den gleichen Rezeptor, lösen jedoch unterschiedliche Wirkungen aus. Während T3 aktiviert und erwärmt, macht rT3 das Gegenteil. Wie Gas und Bremse. Wichtig zu wissen ist, dass bei jeder Umwandlung von Thyroxin in Trijodthyronin auch immer auch das reverse T3 gebildet wird. Diese rT3-Produktion ist also physiologisch.

Das Dilemma mit dem rT3

RT3 hat leider jedoch oft einen eher negativen Ruf und wird gerne auch im Rahmen einer Konversionsstörung (Umwandlungsstörung) oder eines low-T3-Syndroms diskutiert. Das Hormon rT3 selbst ist hier aber nicht das Problem! Zuerst sollte man sich fragen, bei welchen Betroffenen diese rT3-Spiegel erhöht sind. Vielfach sind das Patienten, die aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion L-Thyroxin substituieren müssen.

Liegt es vielleicht garnicht am rT3?

Die zweite Frage, die hier interessant wäre könnte lauten, ob nicht eine zu hohe L-Thyroxin-Einnahme ursächlich für das Problem sein könnte? Meine Antwort: Ich gehe stark davon aus!

Sollten Sie der Meinung sein, unter einer sogenannten Konversionsstörung, zu niedrigen T3-Spiegeln zu leiden oder sich eventuell die Frage stellen, ob das reverse T3 Schuld an Ihrer Symptomatik sein könnte, dann kommen Sie gerne auf mich zu.

Gemeinsam schauen wir uns dann in Ruhe an, was das Problem bei Ihnen sein könnte und vor allem, welche Maßnahmen es gibt, damit Sie bald schon Ihre Beschwerden besser in den Griff bekommen.

Gesund sein heißt, menschgerecht zu leben! Gesundheit wiederherzustellen heißt, die Physiologie des Menschen zu imitieren.